Freitag, 11. Mai 2012

Zugfahrt


30.4.
„308 km/h“ zeigt die Leuchtschrift im Zug. 

Aber man merkt nichts von dieser Geschwindigkeit.
Wir sind auf dem Weg nach Süden mit dem Expresszug in Richtung Shanghai.
 Die 2. Klasse ist voll ausgebucht; 

die 1. Klasse leer… Alles ist wohl geordnet, mit einem umfangreichen Kontroll- und Service-personal. ( mindestens einmal pro Stunde kommt jemand , um irgendwelchen Schmutz aufzukehren und Abfall wegzuräumen)
Das Southern-Train Terminal ( das ist wohl ein Nebeneingang, den der Taxifahrer angesteuert hatte)
liegt ca. 7km ( 20-30 min mit Taxi für 30 RMB) vom Zentrum entfernt. Veras Kollegen hatten uns dringend geraten, einen Guide zu nehmen, weil wir uns auf dem „riesigen Bahnhof nicht zurecht finden“ würden. Aber es war alles so übersichtlich und „easy going“ und sauber!!! 


 Selbst die Sicherheitskontrollen verlaufen ruhig und ohne Hektik.
Ruhig gleiten im flachen Land trockene Felder, Gärten und Siedlungen vorbei- keine Reisfelder, sondern  Getreide und viel Gemüse mit Folienkultur, die von vielen einzelnen Leuten bewirtschaftet werden!!!.
Nur an den vorbeihuschenden Masten, die man kaum wahrnimmt, kann man das Tempo erahnen.

Weiter südlich ändert sich die Landschaft: Berge, Felsen und Steinbrüche prägen das Bild.


Als Industriestandorte sehen wir mehrere Zementfabriken. Das ist ja auch natürlich, denn in den Städten sieht man überall Neubauten von Hochhäusern.

Bei Nanjing überqueren wir den Jangtse- den längsten Fluss Chinas und Asiens


Ab hier tauchen auch Reisfelder im Landschaftsbild auf.

Nach ca. 5 Stunden und 1227 km erreichen wir Suzhou, wo wir  einen Stopp einlegen, um die berühmten Gärten zu besichtigen.

Die Weiterfahrt am nächsten Tag, dem 1.Mai, verläuft etwas „ weniger ruhig“.
Auf dem Bahnhof gehen wir fast unter in den Menschenmassen. Im Hotel hatte man uns bekundet, dass ½ stündlich Züge nach Shanghai führen und wir keine Tickets im Voraus benötigten. Ersteres stimmt, aber am Ticketschalter waren die wenigen englischen Worte „ no ticket“. Erst in 4 Stunden wäre wieder ein Zug nach Schanghai Main-Station verfügbar.
Also disponieren wir um und erhalten 2 Tickets für einen Zug nach Schanghai- Honqiao- ohne Sitzplatzreservierung und mit einer Wartezeit von „nur“ 2 Stunden !!
Der Zug kommt dann von Nanjing und ist schon gut gefüllt. Wir ergattern doch noch 2 Sitzplätze. Aber meiner war für eine junge Frau reserviert, die mir allerdings den Platz überlässt und die 30 Minuten Fahrt selbst stehen bleibt.
Dieser Zug erreicht immerhin auch 299 km/h.


2 Kommentare:

  1. Wow, so modern und futuristisch, hätte ich nicht gedacht.
    Und? Hast du dich seniorig gefühlt, als dir die Dame den Sitzplatz überlassen hat?
    Liebe Grüße
    Heike

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    1. ja, doch schon etwas. Aber die Aussicht, nach einem ganzen Tag auf den Beinen dann noch im Zug stehen zu müssen, hat schnell den Stolz besiegt und so habe ich das Angebot dankbar angenommen

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